Nach einer stressigen Woche gab es endlich wieder Rollenspiel. Spontan kamen wir mit ein paar Freunden zusammen und spielten einen Abend (One-Shot) Little Fears. Der Zeit geschuldet wurden die Charaktere etwas mehr Klischee als beabsichtigt - aber die Chemie zwischen den Spielern stimmte. Es gibt nichts so zusammenschweißendes, wie die Rollenspiel-Erfahrung als Kinder von übernatürlichen Monster verfolgt zu werden, während die Erwachsenen einem nicht glauben und das für Kinderfantasie halten.
Der Plot in Kürze:
"Henning Sebastian Berger und sein Bruder Jan Christian, beide aus gut bürgerlichem Haus, wurden in den Ferien nach Eckernförde zu ihrer verschrobenen Tante Agnes geschickt. Dort trafen sie auf Johann und Ulrike, waschechte Landkinder und erkundeten mit ihnen die umliegenden Moore. Durch den Hund der Familie fanden die Kinder selbst eine gut erhaltene Leiche und meldeten das erschreckende Erlebnis sogleich den Eltern. Kurze Zeit später wimmelte es in Eckernförde von wichtigtuenden Erwachsenen und die Leiche wurde in ein Museum gebracht. Eine Kindmörderin soll es gewesen sein, die durchs Moor getrieben wurde. Für die Kinder jedoch begann jede Nacht das pure Grauen, als eine schwarze Gestalt um ihr Haus schlich. Niemand glaubte ihnen, auch dann nicht, als das Radio davon berichtete, dass die Leiche niemals im Museum angekommen sei. Henning, Johann und Co. waren sich nun sicher, dass die Moorleiche gekommen war um sich ein weiteres Kind zu holen. Doch was tun? Erstmal beieinander übernachten und kindliche Pläne schmieden. Doch das alte morsche Fenster des Hauses gab nach und gewährte dem Schrecken Einlass. Die Kinder flohen vor der Moorleiche Richtung Keller, als der sonst tapfere Johann, vor Schreck erstarrt, von dem Monster gepackt und vor den Augen der anderen Kinder ins Moor gezogen wurde. Am nächsten Morgen blieb er, wie die Moorleiche, verschwunden ... "
Unsere Spielleiterin bemühte sich mit Anspielungen auf die Moorleiche von Windeby von 1952 eine realistische Atmosphäre. Die Besonderheit des Spielabends lag aber in einem technischen Detail: dem Tag und Nachtwechsel, der vom Ein- und Ausschalten des Lichts im Zimmer der Spieler begleitet wurde. Tagsüber versuchten die Kinder mehr über die Moorleiche herauszufinden, während dieselbe Nachts ums Haus zog. Durch den tatsächlichen Lichtwechsel wurde der Unterschied für die Spieler auch visuell Fassbar und unterstützte die Grundstimmung des Spiels die fließend von kindlichem Idyll in Horror übergeht ("Nachts, da kommen die Monster."). Das unglückliche Ende war angemessen und passiert bei Little Fears weit öfter, als viele glauben.
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