
Im Computerspiel "Divinity 2: Ego Draconis" (dtp-entertainment, 2010) beginnt der Charakter des Spielers wie so oft 'in media res' ohne genau zu wissen, was passiert. Der Trick besteht darin, dass der Charakter in der Einführung freiwillig auf seine Erinnerung verzichtet um besondere Fähigkeiten (besonderes Wissen gegen die Feinde) erlernen zu können. Die Einführungsszene mit der Entscheidung wird zum letzten erinnerbaren Moment des früheren Lebens. Die Amnesie ist damit keine störende 'Behinderung' mehr, sondern ein freiwillig eingetauschter Preis. Besser noch: Erst die Amnesie macht den Protagonisten zum vollwertigen Mitglied seiner Organisation und bleibt Thema in Gesprächen über das Spiel. Das löst nicht die übliche Erinnerungssuche aus; sondern der Gedächtnisverlust wird zum wichtigen Identifikationsmerkmal des Charakters.
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